Querschnittsthemen

Querschnittsthemen

Cluster werden erfolgreicher, wenn sie in einem stärkeren Wirtschaftsumfeld verankert sind. In diesem Sinne wird die Leistungsfähigkeit der beteiligten Unternehmen auch über sog. wachstumsrelevante „Querschnittsthemen“ beeinflusst.

Folgende Querschnittsthemen haben für die Hauptstadtregion eine besonders hohe Relevanz:

Werkstoffe / Materialien

"Werkstoffe / Materialien“ umfasst alle relevanten Querschnittstechnologien, die einen unmittelbaren Einfluss auf das Wachstum mehrerer Cluster als Anwenderbranchen haben. Sie stellen den für Berlin und Brandenburg wesentlichen Bezug zu den ansässigen Industrien, vor allem in den Bereichen Kunststoffe/Chemie, Metall/Elektro und nachwachsende Rohstoffe her. In diesen Bereichen sind vor allem die für alle Cluster unverzichtbaren Basistechnologien beheimatet. Die Industrien der Hauptstadtregion verfügen in diesen Bereichen über ein gewachsenes Potenzial, haben aber auch selbst einen bedeutenden Einfluss auf Zukunftsthemen, etwa in den Bereichen Ressourcen- und Energieeffizienz z. B. durch den Einsatz neuer Materialien, Leichtbauwerkstoffe oder funktionaler Oberflächen.

Die Industrielandschaft orientiert sich demnach im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit an gleichen Herausforderungen wie die künftigen Cluster. Die Synergien an der Schnittstelle von Industrie- und Innovationspolitik können mit dieser Verzahnung optimal dargestellt werden.

Produktions- und Automatisierungstechnik

Auch das Querschnittsthema „Produktions- und Automatisierungstechnik“ ist als Technologiesektor von hoher Relevanz für die Innovationsfähigkeit und -geschwindigkeit in den Clustern. Erst intelligente Steuerungsprozesse in der Produktion und innovative Automatisierungslösungen ermöglichen die notwendige Optimierung nahezu aller Prozesse in den Forschungs- und Entwicklungslaboren und in der Fertigung. Die Produktions- und Automatisierungstechnik erbringt hierdurch einen hohen Beitrag zur Zeit-, Kosten- und Energiereduzierung und damit zur Qualitätssicherung und Wettbewerbsfähigkeit einzelner Innovationsprozesse. Hierbei ist das Zusammenspiel von technischen, organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten von tragender Bedeutung. Die Hauptstadtregion weist traditionell eine breite Kompetenz in Wirtschaft, Forschung und Lehre in zahlreichen Bereichen wie Fertigungstechnik, Elektronik/Telematik, Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik, Sensorik aber auch prozesssteuernden Bereichen wie der Produktionslogistik auf und bietet demnach eine hervorragende Basis zur Flankierung der Innovationsprozesse in den Clustern.

Clean Technologies

Ein weiteres Querschnittsthema mit hohem Zukunftspotenzial kann unter dem Begriff „Clean Technologies“ zusammengefasst werden. Hierzu zählen alle technologischen Entwicklungen, die das Thema „Nachhaltigkeit“, insbesondere Themen wie Umwelt- und Klimaverträglichkeit (bzw. -neutralität) in den Fokus stellen und den Herausforderungen des Klimawandels aktiv begegnen. So können künftig vor allem die Bereiche „erneuerbare Energien“ und Technologien zur Reduzierung der CO2-Emissionen als Wachstumsmotoren für die Zukunftsfelder Energietechnik und Verkehrssystemtechnik betrachtet werden. Auch die Bioökonomie gewinnt in diesem Zusammenhang eine immer größer werdende Bedeutung.

In Zeiten global reagierender Ökosysteme werden aber auch alle anderen Innovationsfelder maßgeblich durch den Gedanken der „Clean Technologies“ beeinflusst werden, da die branchenübergreifende Herausforderung bestehen bleibt, technologische Entwicklungen und umfassenden Klimaschutz nachhaltig miteinander zu vereinen. Die Hauptstadtregion ist bereits heute mit den Bereichen Solartechnologien, Windenergie, Clean Coal und Energien aus nachwachsenden Rohstoffen eine der führenden CleanTech-Regionen Deutschlands.

Sicherheit

Eine weitere Schlüsselrolle als clusterübergreifende Themenstellung und Begleitanforderung des Marktes kommt dem in der Bedeutung wachsenden Querschnittthema „Sicherheit“ zu, das nicht unerhebliche Einflüsse auf die Innovationstätigkeit der Unternehmen in nahezu allen Clustern hat.

Das Thema Sicherheit hat zahlreiche Facetten in den Bereichen „Safety“ und „Security“. Vordergründig wird vor allem die Bedrohung von IT-Infrastrukturen von vielen Unternehmen als ernst zu nehmendes Innovationsrisiko betrachtet. Daneben ist die Sicherheit von Produkten und Prozessen zu einem global wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Marken-, Produkt- und Technologiepiraterie führt bei vielen Unternehmen zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden und unerwünschtem Abfluss von wettbewerbsrelevantem Wissen. Innovations- und Know-how-Schutz muss damit zu einem erklärten Bestandteil jeder Innovationsstrategie werden.

Das Thema Sicherheit ist aber gleichzeitig auch Innovationstreiber für die Hauptstadtregion und für den IT-Sektor schon länger als länderübergreifender wirtschaftspolitischer Schwerpunkt identifiziert. Handlungsfelder und Maßnahmen sind in dem gemeinsamen Masterplan „Sicherheitswirtschaft und -forschung Berlin-Brandenburg“ beschrieben. Themen wie beispielsweise Verkehrs- und Flughafensicherheit, elektronische Identitätsnachweise wie der ePass oder Security Management verfügen bereits heute in der Region über ein hohes Anwendungs- und angesichts der Dienstleistungsorientierung teilweise auch hohes Beschäftigungspotenzial.